Villnösser Brillenschaf

Die Rasse „Villnösser Brillenschaf“ ist der Dreh- und Angelpunkt eines gleichnamigen ESF-Projektes. Es geht darum, diese besondere europäische Schafrasse vor dem Aussterben zu bewahren und den Bauern eine stabile, ökonomische Basis zu liefern. Ein mittelfristiges Ziel ist die Vernetzung der verschiedenen Wirtschaftstreibenden des Tales. In der Folge sollen Produktionsschritte, die bisher ausgelagert waren, ins Tal geholt und die Logistik für den Vertrieb gesichert werden.
Die besondere Herausforderung besteht darin, eine sinnvolle Nutzung des gesamten Schafes zu erreichen, also sowohl der Wolle als auch des Fleisches. Parallel dazu soll das Brillenschaf in das Tourismuskonzept eingebaut werden, gestützt von didaktisch-pädagogischen Konzepten, die das Naturparkhaus anbietet.
Langfristig kann das Brillenschaf so zum Symbol für Villnöß als sanfte aber zukunftsfähige Tourismusdestination werden.

Presse- und Textarbeit im Rahmen des ESF-Projektes: Evi Keifl

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Das Schaf mit der Brille im Alpenzoo Innsbruck

Das „Villnösser Brillenschaf“ ist die älteste bekannte Schafrasse Südtirols. Charakteristisch ist der schwarze Augenring („Brille“), der der Rasse ihren Namen gegeben hat. Sie war in der Blütezeit der Villnösser Schafhaltung wegen ihres zarten Fleisches und der wertvollen Wolle bekannt und begehrt. Noch zu Beginn des 20. Jh. wurde sie in nahe gelegenen heimischen Webereien zu Loden verarbeitet.

In den 30er Jahren fielen die „Villnösser“ beinahe den nationalsozialistischen Rassegesetzen zum Opfer, die die autochtonen Formen zugunsten einheitlicher Rassen verboten hatten. Dem beherzten Beharren einiger Züchter ist das Überleben des Villnösser Brillenschafes zu verdanken. Trotzdem schrumpfte die Zahl der Tiere im Ursprungsgebiet Villnöss auf 150 Exemplare zusammen. Dem Engagement der Züchter Günther Pernthaler und Johann Messner ist es zu verdanken, dass der Bestand wieder auf 600 Tiere angewachsen ist. Dennoch zählt das Villnösser Brillenschaf zu einer gefährdeten Rasse, die dank dem Einsatz der Schafbauern und des ESF-Projektes „Regionalentwicklung rund ums Villnösser Brillenschaf“, erhalten bleibt.

Dem Alpenzoo ist es ein besonderes Anliegen, die alten und gefährdeten Nutztierrassen im Schaustall den jährlich rund 300 000 Besuchern näher zu bringen. Damit soll auch das Bewusstsein für die Bedeutung der Rassenvielfalt als genetisches Reservoir unserer landwirtschaftlichen Nutztiere gestärkt werden. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Villnösser Schafzuchtverband werden heute Samstag, 4. Mai um 11.00 Uhr 2 Brillenschafe als Geschenk der Gemeinde Villnöss am Schaustall des Alpenzoo einziehen. Die beiden Tiere werden vom Villnösser Bürgermeister Robert Messner, dem Zuchtmeister Günther Pernthaler, dem Brillenschaf-Züchter Günther Messner und Herrn Stefan Unterkircher, Mitbegründer der Firma Furchetta zur Vermarktung von Fleisch und Wolle des Brillenschafes an den Alpenzoo, Herrn Dipl.Biol. Dirk Ullrich übergeben. „Tue Gutes und rede darüber, so könnte man diese gemeinsame Aktion zum Wohl des Brillenschafes beschreiben“, freut sich Alpenzoo Direktor Michael Martys über diese Bereicherung im Tierbestand des Schaustalles im Alpenzoo.

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